You were prepared to rip open my heart and drink at its warm fountain of blood. I was still alive then. I did not want to die. And so I evaded your urgings and promised to do as you asked another day. Now I will wrench open my heart and pour its blood over you. I will be satisfied if, when my own heart has ceased to beat, your breast houses new life.
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Das Jahr: 1914, nach dem Tod des Kaisers das Ende der Meji-Periode, die für Japan die Öffnung für den Westen gebracht hat. Das thematisiert Natsume Sosekis Roman, er verdichtet die Verwirrung der historischen Zeit aber auf Innenleben statt Außengeschehen. Aus drei Abschnitten besteht der Roman, von drei Männern erzählt er. Das ergibt aber keine Symmetrie.
Im ersten Teil berichtet der noch junge Ich-Erzähler - Student, was er studiert, erfährt man aber ausdrücklich nicht -, wie er einen deutlich älteren Mann kennenlernt: Sensei nennt er ihn, Lehrer also. Er sieht ihn als Vorbild und Weisen, konstatiert allerdings auch dessen wunschloses und für ihn unerklärliches Unglück. Im zweiten Abschnitt reist der Erzähler zu seinem sterbenden Vater und eilt noch vor dessen unmittelbar bevorstehendem Tod zurück in die Stadt, weil er von Sensei einen Brief erhalten hat, in dem dieser von den Gründen für den Selbstmord berichtet, den er in diesem Brief ankündigt und inzwischen begangen haben wird. Der dritte Teil ist dieser Brief, der Ich-Erzähler der ersten Teile kommt nicht wieder zu Wort. Man erfährt, wie Sensei einen Freund, der nur K genannt wird, einst betrog - wobei dieser Betrug in einer komplizierten Doppelzüngigkeit in Begriffen der Ehre besteht. K bringt sich um, Sensei gibt sich die Schuld und lebt ein Leben, dem er keinen Sinn geben kann.
Die Ära des Umbruchs bestimmt untergründig den Roman. Auf den ersten Blick scheint er auf die Psychodramen dreier Männer beschränkt. Und so detailliert diese Dramen als individuelle Schicksale nuanciert sind, so sehr wollen sie lesbar sein als Reaktionsformen auf die neue Zeit. Zwei der drei Männer enden durch Selbstmord, das Schicksal des Dritten bleibt offen. An der grundsätzlichen, ja radikalen Rückwärtsgewandtheit der Perspektive ändert dieser Dritte aber nichts: Wohin es mit ihm gehen soll, bleibt vollkommen unklar. Der Umbruch erscheint als Kluft, die nicht so sehr die Generationen trennt, sondern den Einzelnen spaltet und lähmt. Ein ungeformtes Dunkel, das die Gestalt moralischer Dilemmata annimmt. Der Schock des Neuen bewirkt nur Lähmung und Stasis. Ob die Blutübertragung, von der Sensei in seinem Brief schreibt, bei seinem Schüler neues Leben in Gang bringen kann, ist fraglich. 1914 ist in diesem Roman: ein Moment ohne Aussicht auf Zukunft.
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