Montag, 19. August 2013

1915: P.G. Wodehouse: Something Fresh (Großbritannien)

His life was a life which lacked, perhaps, the sublimer emotions which raised Man to the level of the gods, but it was undeniably an extremely happy one. He never experienced the thrill of ambition fulfilled, but, on the other hand, he never knew the agony of ambition frustrated. His name, when he died, would not live for ever in England's annals; he was spared the pain of worrying about this by the fact that he had no desire to live for ever in England's annals.

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 Der Mann treibt Sport vor der Haustür: Erst lacht die britische Mitwelt sich tot, dann gewöhnen sich alle daran. Sein Job: Er schreibt Detektivgeschichten in trivialer Manier. Sein Traum: war das nicht. Da lernt er die neue charmante Mitbewohnerin kennen, auch sie eine Autorin, die weit abseits der Weltliteratur reüssiert. Erst lacht sie ihn aus, dann kommt man sich näher. Bald wird daraus jedoch eine Entwendungskonkurrenz. 

Auftritt Lord Blandings. Komplett zerstreut und mit dem jüngeren Sohn alles andere zufrieden. Immerhin hat er diesen nun an die Tochter eines befreundeten amerikanischen Millionärs vermittelt. Verlobungsvorbereitungen auf dem Lande. Leider hat Blandings in seiner Zerstreutheit aus Versehen einen äußerst wertvollen Skarabäus des skarabäenverrückten Millionärs mitgehen lassen. Der will diesen zurück und engagiert den jungen Sportsmann und Detektivgeschichtenverfasser zur Rückentwendung. Seine Tochter hat unabhängig davon die Mitbewohnerin geheuert. Man kennt sich von früher. Porzellan geht zu Bruch. Der Skarabäus ist anders noch einmal weg. Ein fetter Mann kompliziert alles. Hilarity ensues.

"Something Fresh" ist eine Typenkomödie, klassisch gebaut. Mit Tapetentür und Hintertreppe, mit Herren- und Dienstbotenebene, wobei P.G. Wodehouse eher auf Augenhöhe mit den niederen Schichten unterwegs ist. Schon weil er die Fallhöhe ausschließlich für komische Zwecke in Dienst nimmt. Man wird es Humor nennen müssen: Großes wird klein, zu allem bleibt der Erzähler sehr souverän in Semidistanz. Man wird es auch Humor nennen können: Es ist komisch, in seiner mittleren Schärfe, die kaum je betulich wird, das Allzumenschliche nie denunziert und selbst keine Parteien, sondern nur die eigene Abständigkeit kennt.

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