Freitag, 20. September 2013
1922: Karel Capek: Továrna no absoluto (Tschechien)
This name which Marek gave to his atomic boiler is, of course, quite incorrect, and is one of the melancholy results of the ignorance of Latin among technicians. A more exact term would have been Komburator, Atomic Kettle, Karbowatt, Disintegrator, Motor M, Bondymover, Hylergon, Molecular Disintegration Dynamo, E.W., and other designations which were later proposed. It was, of course, the bad one that was generally adopted.
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Einem genialen Erfinder ist es gelungen, die Kraft der Atome zu nutzen. Materie wird bei der so möglichen Herstellung von Energie restlos verbraucht. Restlos, und auch wieder nicht. Statt wirklich gar nichts bleibt etwas anderes übrige: das Absolutum. Es wird, zuvor in Materie gebunden, befreit. Die Folgen sind verheerend, wie man sich vorstellen kann. Wer in die Nähe eines der handlichen Atomreaktoren ("Karburatoren") gerät, beginnt in Stimmen zu sprechen, der Levitation zu frönen, Sekten zu formen, Hallelujah zu singen, kurz: wird religiös. Um einen bestimmten Gott oder Glauben geht es dabei nicht, alles kommt recht, was den klaren Blick auf die Realitäten transzendent trübt.
Schöne Idee. Und hier und da malt Karel Capek das bis recht weit ins Absurde hinein auch schön aus. Es endet in Glaubenskriegen mit mehr oder minder vollständiger Auslöschung der Menschheit. So weit, so apokalyptisch. Die Figuren - der Erfinder, der Fabrikant, ein Karussellbesitzer, der abhebt - bleiben Chiffren. Einen wirklichen Plot gibt es nicht. Die Satire findet keinen einheitlichen Ton. Mal schrill, mal zurückhaltend. Mal geht es um Mikrokritik, dann geht die Welt unter. Ein Abflug aus der Satire ins Fantastische als Produktion einer überzeugenden eigenen Welt findet nicht statt, ist wohl auch nicht intendiert. Da man den religionskritischen Punkt und die Steigerungslogik schnell begreift; da aber uninteressante Ereignisse mit uninteressanten Figuren den Fortgang der Handlung retardieren, ohne dass übergreifende Formstrukturen die Spannung erhielten, ist das bald ermüdend. Mehr als eine Kurzgeschichte war da eigentlich nicht drin.
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