If one could evoke death as easily as love by thinking of it, then every night many would go to bed and never rise again. But the body is too powerful: at the slightest movement, the grasping of a gun, the pouring of a few drops into a glass, it rebels and asserts its sluggishness and its attachment to the earth, perhaps most of all when grievously ill.
***
Der Prolog verspricht - indem er gar nichts verspricht, sondern ansatzlos aus dem 16. Jahrhundert erzählt - einen historischen Roman lakonischer, aber darum nicht weniger konventioneller Machart. Aus dieser Spur wird das Buch durchaus geraten, aber Slauerhoff hat keine Eile damit, nimmt nach der Macao-Gründungsgeschichte des Anfangs einen anderen, nicht minder historischen Faden in aller Ruhe erst einmal auf. Erzählt wird vom Schriftsteller Camoes in Portugal, der die Frau liebt, die der Thronfolger heiraten soll. Wie kann das gut ausgehen? Gar nicht. Vielmehr sticht der Roman in See und rettet seinem Dichterhelden so erst einmal, wenn auch nur gerade so, die Haut.
Später, ziemlich viel später, und ohne jede weitere Erklärung, taucht dann ein anderer auf, sagt "ich" und erzählt. Eine Überblendung, der man fast wie im Traumzustand folgt. Man liest und verzichtet darauf, sich einen Reim zu machen, weil auch der Roman sich und uns keinen macht. Zwei Männer treiben also in der Geschichte, durch Geschichten. 16. Jahrhundert und Gegenwart des Erzählers. Widerfahrnisse und Fährnisse hier und da, Camoes wird auf dem Schiff eingesperrt, erkrankt, überlebt knapp, wird ans Land gespült, trifft dort auf eine Frau, die vor ihrer Verheiratung an den Falschen aus Macao in die Natur floh. Motive, die sich überlagern, in Räumen, Zeiten, Figuren. Ich und Er und als Dritter im Bunde der Leser, der ohne aufzubegehren durch seinen Lektürefiebertraum gleitet.
Dabei liest es sich zunächst, wie gesagt, wie eine historische Abenteuererzählung. Tut nicht modern. Auch surreal ist eigentlich nichts. Leise nur ergeben sich Irritationen. Etwas verschiebt sich, man sieht ein zweites Mal hin, weil die Täuschung vielleicht bei dir selbst lag. Nein, da war ein Sprung. Da ist ein Sprung in der Wirklichkeit. Ein Doppelbild: die eine Frau, die andere Frau. Portugal, Macao, die See. Eine Art See, auf der man treibt, eben war da doch noch das Festland, nun bist du in der Hand eines radikal uferverweigernden Autors. Und fühlst dich prima dabei. Entweder: Stockholm-Syndrom. Oder: Verdammt kluges Buch.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen